JesusHouse 2010 / 2011

september 2010 - märz 2011

Wenn alles nix ist: Gibt es neue Hoffnung?

Ich habe von einem Mann gelesen, der konnte nicht dorthin gehen, wo er wollte. Der war gelähmt. Der musste dort bleiben, wo er nicht wollte, nämlich draußen in den Slums.

Ich habe von einem Mann gelesen, der konnte nicht dorthin gehen, wo er wollte. Der war gelähmt. Der musste dort bleiben, wo er nicht wollte, nämlich draußen in den Slums. Der hatte auch nichts mehr zu sagen, denn er hat schon zu oft gebettelt, geschrien und geweint. Er ist still geworden, denn er hat keine Hoffnung mehr.

Trotzdem kann man für diesen gelähmten Mann noch Hoffnung haben, denn der hat hoffnungsvolle Freunde. Die Freunde gehen raus in die Slums, packen ihn auf eine Trage und schleppen den durch die ganze Stadt zum Hoffnungsträger für die Armen, für die Schwachen, für die Kranken  –  zu Jesus.

Wie die neueste Pressemeldung geht’s durchs Land: Jesus bringt Hoffnung. Jesus redet von Gott. Jesus heilt Kranke. Diese Geschichte vom hoffnungslosen Fall und seinen hoffnungsvollen Freunden steht in der Bibel im Lukasevangelium: Jesus hält gerade eine Bibelstunde in einem Haus und die fromme Elite sitzt mit dabei. Der Bischof und die Theologen vom Landeskirchenamt sind gekommen, um Jesus auf die Finger zu schauen, um ihn zu prüfen. Es geht ja schließlich nicht, dass jemand ohne Genehmigung einfach so rumpredigt. Alles muss seine Ordnung haben. Und weil das JesusHouse überfüllt ist, wird ordnungsgemäß ein Schild an die Tür gehängt: „Veranstaltung überfüllt!“

Plötzlich wird aber die Veranstaltung von oben gestört. Die Männer steigen nämlich Jesus aufs Dach. Die decken das Dach ab, weil sie durch die Tür nicht eingelassen werden. Die wollen ihren Freund auf dem Luftweg zu Jesus befördern. Der Freund liegt auf der Trage und wird abgeseilt. Das ist doch eine Frechheit: Das Dach kaputt! Die Predigt gestört! Die Theologen beim Zuhören abgelenkt! Die Männer hoffen das Beste – für ihren Freund! Die Vier glauben, dass Jesus ihrem Kumpel hilft und deshalb lassen die sich doch nicht von einer überfüllten Veranstaltung abschrecken. Die fragen nicht: Was wird der Hausbesitzer zu den Hausbesetzern sagen? Was werden die Theologen zu den Störern sagen? Was wird Jesus zu dieser frechen Aufdringlichkeit sagen? Die Freunde wollen nur eins – zu Jesus. Bei ihm bekommst du Hoffnung im Leben und im Sterben. Bei Jesus gibt’s sogar noch Hoffnung über den Tod hinaus.

Die Männer seilen den Gelähmten vom Dach ab und der landet direkt vor Jesus. Jesus sieht das Häufchen Elend an und sagt zu dem Gelähmten: „Deine Sünden sind dir vergeben!“ Da bleibt mir doch glatt die Luft weg! Was soll denn das? Der soll doch wieder laufen können. Der soll doch endlich gesund werden. Und jetzt hat Jesus nur fromme Sprüche drauf? Sprücheklopfer gibt’s doch schon genug! Will der die Freunde nur foppen? Die haben den Kranken doch nicht durch die Stadt geschleppt, damit der jetzt in aller Öffentlichkeit zum Sünder abgestempelt wird.

Was ist denn Sünde? Alles Leid, alle Übel haben ein Grundübel. Das Grundübel ist, wenn der Mensch ohne Gott lebt. Das nennt die Bibel Sünde. Und an dieser Krankheit leidet auch der Gelähmte. Und von diese Krankheit kann dich nur Jesus heilen. Die Sünde ist eben keine Muskelkrankheit, sondern eine Blutkrankheit, die den ganzen Menschen betrifft. Diese Krankheit kann nur Jesus heilen, weil er sein Blut für dich gegeben hat. Und diese Bluttransfusion hat dort stattgefunden, wo Jesus gestorben ist, nämlich am Kreuz. Hier redet also der, der die Sünden vergeben kann.

Wenn du krank bist und im Telefonbuch die Anschriften der Ärzte & Krankenhäuser abschreibst, wird dir davon nicht geholfen. Du musst dir vom Arzt helfen lassen. Wenn du in der Bibel liest, dass nur Jesus die Schuld vergeben kann, dann wirst du damit deine Schuld nicht los. Geh zu Jesus und bete: Herr vergib mir meine Schuld. Wenn Jesus dem Mann die Sünde vergibt, dann hat er ihm mehr gegeben, als die Freunde haben wollten. Eigentlich sind die vier Männer losgezogen, um für ihren Freund die körperliche Heilung zu bekommen. Aber er bekommt bei Jesus eine geheilte Beziehung zu Gott. Denn, wem die Sünde vergeben ist, der ist in Ewigkeit gerettet, der kommt in den Himmel. Jesus sorgt sich also zuerst darum, dass der Mann in den Himmel kommt.

Kaum ist das geklärt, spielen die Theologen verrückt. Die wissen, dass die Sünden doch nur Gott vergeben kann. Die sind sofort auf 180 und kapieren nicht, dass Jesus, der Sohn Gottes vor ihnen steht. Und damit die das endlich kapieren, macht Jesus den Mann gesund. Jesus heilt dem die Knochen, aber erst nachdem er seine Seele gesund gemacht hat. Denn Jesus weiß, dass der Glaube wichtiger als die Gesundheit ist. Bei den meisten Menschen heißt das Lebensmotto: Hauptsache Gesund! Die Botschaft von Jesus heißt: Hauptsache Glauben! Natürlich ist Gesundheit wichtig. Deshalb heilt er ja auch den Mann. Der Glaube ist aber viel wichtiger! Gesundheit ohne Glaube ist wie eine Party auf der untergehenden Titanic. Deshalb ist Jesus die Vergebung der Schuld so wichtig, lebenswichtig!

Warum Jesus den einen Menschen heilt und Gesundheit schenkt und andere in ihrer Krankheit lässt, dass weiß ich nicht. Aber das eine weiß ich ganz genau: Wenn du eine heile Beziehung zu Gott willst, dann bekommst du sie nur bei Jesus!

Lutz Scheufler